Die Fed sorgt für eine neue Monsterblase

•3. November 2009 • Kommentar schreiben

 

Die lockere Geldpolitik hat eine gefährliche Dynamik losgetreten: Anleger können mit dem Dollar zum Minuszins in Risikoanlagen investieren – bis diese Carry-Trades zusammenbrechen.
von Nouriel Roubini

Nouriel Roubini ist Professor an der Stern School of Business der Universität von New York.

Seit März boomen alle möglichen Arten risikobehafteter Anlageklassen – Aktien, Öl, Energie, Rohstoffe. Parallel dazu sind die renditestarken Risikoaufschläge gesunken. Der Dollar hat zudem deutlich an Wert verloren, während die Renditen von Staatsanleihen sanft angestiegen sind, aber weiter auf niedrigem und stabilem Niveau liegen.
Diese Erholung von Risikoanlagen hängt teilweise mit einer Verbesserung der Wirtschaftsdaten zusammen. Egal, ob sich die konjunkturelle Erholung V-förmig gestaltet – wie die Mehrheit glaubt – oder ob sie U-förmig und blutleer ausfällt, wie ich es glaube: Die Vermögenspreise sollten sich nach oben bewegen. Gemessen an den makroökonomischen Kennzahlen sind sie aber zu stark, zu früh und zu schnell gestiegen.

Was steckt dahinter? Natürlich war die Liquiditätsflut durch die Notenbanken eine Hilfe. Aber noch wichtiger ist die Schwäche des US-Dollar, die durch die Mutter aller Carry-Trades beflügelt wird. Da die Fed die Zinsen eingefroren hat, ist der Dollar zur Hauptwährung bei Carry-Trades geworden. Dabei verschulden sich Leerverkäufer in einer schwachen Währung und kaufen renditestärkere Vermögenswerte in einer stärkeren. Im Fall des Dollar leihen sie sich ihr Geld nicht nur zum Nullzins, sondern zu negativen Zinsen -

aufs Jahr gerechnet von teilweise 10 oder 20 Prozent. Der Grund: Der Kursverfall des Dollar führt zu massiven Kapitalgewinnen bei Short-Positionen in Dollar. Investoren leihen sich also zu 20 Prozent Minuszins Geld, das sie weltweit in eine Vielzahl von Anlageklassen stecken, die sich aufgrund von überschüssiger Liquidität und einem massiven Carry-Trade verteuern. Die Renditen seit März liegen bei 50 bis 70 Prozent. Jeder Anleger, der dieses riskante Spiel mitmacht, wirkt wie ein Genie, auch wenn er nur auf einer gewaltigen Blase reitet.
Dabei müssten sich Investoren beim Blick aufs Portfolio eigentlich um den Value-at-Risk verstärkt sorgen. Der Grund ist die wachsende Wechselbeziehung zwischen Risiken unterschiedlicher Anlageklassen, die allesamt von einer gemeinsamen Geldpolitik und dem Carry-Trade getragen werden. Letztlich ist ein einziger großer Handel entstanden – mit Dollar-Leerverkäufen werden x-beliebige riskante Anlagen gekauft.
Stattdessen nimmt das wahrgenommene Risiko einzelner Vermögensklassen ab, da die Volatilität dadurch verringert wird, dass die Fed alles aufkauft. Da die einzelnen Vermögensklassen sich identisch entwickeln, gibt es inzwischen wenig Diversifizierung.

Der kombinierte Effekt aus Nullzinspolitik der Fed, quantitativer Lockerung und massivem Aufkauf langfristiger Schuldeninstrumente macht die Welt vermeintlich sicherer – nämlich für die Mutter aller Carry-Trades und die Mutter aller stark gehebelten Vermögensblasen. Diese Politik nährt aber die weltweite Vermögensblase. Und sie fördert auch eine neue Vermögensblase in den USA. Ein schwacher Dollar ist gut für US-Aktien, weil er die im Ausland erzielten Gewinne amerikanischer Konzerne erhöht.
Die leichtsinnige US-Politik, die diesen Carry-Trades Vorschub leistet, zwingt andere Länder, der lockeren Geldpolitik zu folgen. Die Zentralbanken könnten zudem gezwungen sein, die Zinssätze durch Offenmarktgeschäfte im eigenen Land zu senken.
Gibt es keine Devisenintervention, und die ausländischen Währungen werten auf, werden die ohnehin negativen Kreditkosten des Carry-Trade noch negativer. Regulieren eine Intervention oder Offenmarktgeschäfte die Aufwertung, nährt die daraus folgende geldpolitische Lockerung eine Vermögensblase in diesen anderen Volkswirtschaften. Die über alle globalen Vermögensklassen perfekt korrelierte Blase wird also mit jedem Tag größer.
Eines Tages wird diese Blase platzen und zum größten koordinierten Vermögenskollaps der Geschichte führen. Wertet der Dollar plötzlich wieder auf – wie beim Yen-finanzierten Carry-Trade zu beobachten war -, muss der gehebelte Carry-Trade plötzlich geschlossen werden, da Anleger ihre Dollar-Short-Positionen abdecken. Es wird zu einer Massenpanik kommen, da das Decken riskanter gehebelter Long-Positionen über alle Vermögensklassen hinweg einen koordinierten Zusammenbruch all dieser risikobehafteten Vermögenswerte auslöst.

Warum werden die Carry-Trades zusammenbrechen? Erstens kann der Dollar nicht auf null fallen, er wird sich irgendwo stabilisieren. Dann sind die Kreditkosten in Dollar plötzlich null statt stark negativ. Das Risiko, dass der Dollar wieder aufwertet, würde viele dazu veranlassen, ihre Short-Positionen abzudecken. Zweitens kann die Fed Volatilität nicht ewig unterdrücken. Im Frühjahr wird ihr 1800 Mrd. $ schwerer Kaufplan beendet sein. Wenn drittens das US-Wachstum demnächst positiv überrascht, könnten die Märkte damit rechnen, dass die Fed früher, nicht später, zu straffen beginnt. Viertens könnte Angst vor einem Rückkehr der Rezession oder vor einem geopolitischen Konflikt eine Flucht vor dem Risiko auslösen.
2008 ging eine solche Zunahme der Risikoscheu mit einer starken Aufwertung des Dollar einher, weil die Anleger die Sicherheit der US-Staatsanleihen suchten. Und genau wie vergangenes Jahr könnte diese erneute Risikoscheu eine Dollar-Rally zu einem Zeitpunkt lostreten, da riesige Leerverkaufspositionen in Dollar geschlossen werden müssen.
Je länger und größer die Carry-Trades werden, desto stärker wird der darauf folgende Zusammenbruch. Die Fed und andere politischen Entscheider scheinen sich nicht bewusst zu sein, welch eine Monsterblase sie erschaffen.

zum Artikel>>>http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:roubinis-warnung-die-fed-sorgt-fuer-eine-neue-monsterblase/50032096.html

Ubuntu 9.10 „Karmic Koala“ ist erschienen

•29. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

Hier der Link zum runterladen:

http://noncdn.releases.ubuntu.com//releases/9.10/

karmickoala

 

Saudis drop WTI oil contract

•29. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

sbildBy Javier Blas in London

Published: October 29 2009 02:00 | Last updated: October 29 2009 02:00

Saudi Arabia yesterday decided to drop the widely used West Texas Intermediate oil contract as the benchmark for pricing its oil, dealing a serious blow to the New York Mercantile Exchange.

The decision by the world’s biggest oil exporter could encourage other producers to abandon the benchmark and threatens the dominance of the world’s most heavily traded oil futures contract. It is the main contract traded on Nymex.

The move reveals the growing discontent of Riyadh and its US refinery customers with WTI after the price of the benchmark became separated from the global oil market this year.

The surge in oil inventories in Cushing, Oklahoma, where WTI is delivered into America’s pipeline system, depressed the value of the WTI against other global benchmarks, throwing the global oil market into disarray.

In January, WTI, which usually trades at a premium of $1-$2 a barrel to Brent, fell sharply, leaving it at a discount of almost $12 – a record gap. This dislocation in the market continued well into the summer.

From January, Saudi Arabia will base the price of oil for its US customers on a new index developed by Argus, the London-based oil pricing company.

The Argus Sour Crude Index will track the price in the physical market of a basket of US Gulf Coast crudes, including Mars, Poseidon and Southern Green Canyon.

Argus said the change in policy reflected the „increased importance of the US Gulf coast sour crude market, in which both production and trading activity was rising sharply“.

Paul Horsnell, head of commodities research at Barclays Capital in London, said Saudi Arabia’s decision was likely to reflect a „wider discontent“ from its customers in the US about WTI performance.

ExxonMobil, Marathon and Valero are among the US’s biggest buyers of Saudi crude oil.

Edward Morse, chief economist at LCM Commodities in New York, said: „It is a recognition by large players that WTI sometimes does not reflect the true value of crude oil in the waterborne market.“

Saudi Arabia has priced its oil using WTI since 1994.

The price was based on quotes from the physical market which were compiled by Platts, a unit of McGraw-Hill.

Oil companies then covered their exposure to WTI using the futures market on Nymex, which is owned by CME Group.

Bob Levin, managing director of market research at Nymex, said the exchange was ready to move with the market.

„We plan to introduce a cash-settled futures contract tracking the new Argus index,“ he said.

Mike Vinciquerra, equity research analyst at BMO Capital Markets, said the new Argus index would not replace WTI. „It’s more a supplement,“ he said.

Additional reporting by Gregory Meyer in New York

zum Artikel>>>http://www.ft.com/cms/s/0/2034dd70-c42c-11de-8de6-00144feab49a.html?nclick_check=1

USA droht größte Gemeinde-Pleite aller Zeiten

•20. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

sbildDer Bezirk Jefferson County im US-Bundesstaat Alabama hat sich mit Wetten auf Zins-Swaps verspekuliert und sieht sich mit einem „finanziellen Armageddon“ konfrontiert. Die Folgen sind nicht absehbar.

Noch stemmt sich Jefferson County im US-Bundesstaat Alabama dagegen, freiwillig in die Pleite zu gehen. Doch der US-Bezirk sieht sich mit einem „finanziellen Armageddon“ konfrontiert, wie es ein Lokal-Politiker beschreibt. Denn die 600.000-Seelengemeinde ist drauf und dran das kalifornische Orange County zu übetreffen, das 1994 mit Derivaten 1,6 Milliarden Dollar verlor und die bislang größte kommunale Pleite der USA hinlegte.
Verspekuliert mit Zins-Swaps

Im konkreten Fall hat der Bezirk auf sogenannte Zins-Swaps gewettet, bei denen feste und variable Zinsverpflichtungen getauscht werden: Variable statt fixe Zinsen hieß die Zauberformel. So drehte JPMorgan dem County Zinsswaps in der Höhe von 3,2 Milliarden Dollar an. Insgesamt wurden 18 Zinsswap-Geschäfte abgeschlossen. Finanziert werden sollte damit eigentlich die Modernisierung des maroden Abwassersystems des Bezirks.

Doch dann kam die Finanzkrise, die Ratings der Anleihenversicherer fielen in den Keller. Statt die Zinskosten zu senken, blähten sich diese auf. Zudem wird der Bezirk von rezessionbedingten Steuerausfällen gebeutelt, rund 1000 öffentliche Angestellte sind mittlerweile beurlaubt worden.
Angst vor steigender Kriminalität

Aber was würde eine Pleite von Jefferson County bedeuten? Kaum jemand wagt es, den Vergleich mit der kalifornischen Kleinstadt Vallejo zu ziehen, die 2008 Insolvenz anmelden musste. Verträge mit öffentlichen Angestellten dürfen dort seitdem neu ausverhandelt werden. Das hatte einen Exodus von Polizisten und Feuerwehrleuten zur Folge, die anderswo mehr verdienen. Eine weitere Folgeerscheinung: Die Kriminalität steigt.

Das Debakel von Jefferson County kann als Blaupause für das Schicksal tausender US-Gemeinden gesehen werden. Nachdem ihre Stadt- und Gemeindeoberhäupter Milliarden verspekulierten, bleiben die Steuerzahler nun auf den Schulden sitzen. Übrigens: Jene 160.000 Haushalte, die an das neue Abwassersystem angeschlossen sind, mussten seit dem Ausbau eine Vervierfachung der Gebühren hinnehmen.

zum Artikel>>>http://diepresse.com/home/wirtschaft/finanzkrise/516260/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

Soap&Skin – Thanatos (official video)

•15. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

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Europa ein Jahr in der Wirtschaftkrise

•1. Oktober 2009 • Kommentar schreiben

Spanische Regierung erhöht Mehrwertsteuer

•27. September 2009 • Kommentar schreiben

sbildDie frisch gewählte Regierung in Spanien macht, was andere europäische Regierungen aufgrund der Wirtschaftskrise wohl auch machen müssen: Steuererhöhungen.

Spanien dürfte zeigen, was die Deutschen nach der Wahl erwartet. Schon nach der Wiederwahl der Sozialisten wurden die ersten Steuererhöhungen vorgenommen. Nun macht die Regierung ernst, um das durch die Wirtschaftskrise explodierte Defizit einzudämmen.

Das Kabinett beschloss, den Mehrwertsteuersatz von 16 auf 18 Prozent und den verminderten Mehrwertsteuersatz ab 1. Juli 2010 von 7 auf 8 Prozent anzuheben. Die Mehrwertsteuer von 4 Prozent auf Grundnahrungsmittel wie Gemüse, Obst oder Brot und Medikamente soll nicht angehoben werden.

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer trifft alle, irgendwie zum Ausgleich werden die Steuern auf Zinseinkommen über 6000 Euro von 19 auf 21 Prozent erhöht. Gleichwohl bleibt ein Haushaltsloch von 57 Milliarden. Das seien aber 0,3 Prozent weniger als sonst.

Florian Rötzer 27.09.2009

http://www.heise.de/tp/blogs/8/145958

Iran ersetzt Dollar durch Euro

•20. September 2009 • 1 Kommentar

sbildDer Iran hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, seine Ölgeschäfte Euro statt in Dollar abzurechnen.
Die Umstellung auf Euro soll helfen, den Iran „vom US-Bankensystem abzukoppeln“

Wien – Der Iran wird auf seinen Fremdwährungskonten Dollar durch durch Euro ersetzen, berichtet der staatliche TV-Sender „PressTV“ am Sonntag auf seiner Homepage. Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad habe dies am 12. September verfügt. Die Umstellung auf Euro soll helfen, den Iran „vom US-Bankensystem abzukoppeln“, schreibt „PressTV“.

Der Iran hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, seine Ölgeschäfte Euro statt in Dollar abzurechnen. Auf Kreditfazilitäten aus den Währungsreserven sollen künftig nur mehr fünf statt 12 Prozent Zinsen zu zahlen sein, so der Sender.

zum Artikel>>>http://derstandard.at/fs/1252771761788/Fremdwaehrungskonten-Iran-ersetzt-Dollar-durch-Euro

Truth Movement Tribute

•20. September 2009 • Kommentar schreiben

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Deutschland droht Massen Arbeitslosigkeit

•18. September 2009 • Kommentar schreiben

Finanzkrise ueberstanden denkste

•16. September 2009 • 1 Kommentar

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Polizeigewalt bei Datenschutz-Großdemo „Freiheit statt Angst“ in Berlin (12.09.2009)

•14. September 2009 • Kommentar schreiben

Großbritannien in der Liquiditätsfalle

•14. September 2009 • Kommentar schreiben

sbildTelepolis Artur P. Schmidt 14.09.2009
Das britische Pfund könnte erneut crashen, weil das Empire faktisch bankrott ist
Wenn es einen Indikator dafür gibt, dass es der englischen Wirtschaft nicht gut geht, dann muss man sich nur die Finanzsituation der englischen Pubs ansehen. Viele der Trinkanstalten stehen vor einem finanziellen Scherbenhaufen. Kreditengpässe, zunehmende Arbeitslosigkeit und das Rauchverbot sorgen für einen Exodus der urenglischen Kneipen. Allein 2008 mussten 2.400 Pubs den Laden dicht machen, da sich immer weniger Briten eine „Pint“ in ihren geliebten „Pubs“ leisten können. „Pub“ bedeutet „Public House“ (öffentliches Haus), ein Treffpunkt, wo alle Klassen- und Berufsschranken verschwinden. Vor dem „Landlord“ (dem Wirt) sind alle gleich, wenn sie für ihr „Pint“ bezahlen können. Doch dies können aktuell leider immer weniger Gäste.

Auch der englischen Fluglinie British Airways geht es sehr schlecht. Sinkende Passagierzahlen und steigende Spritpreise haben die Airline immer mehr unter Druck gesetzt. Bei British Airways, die im ersten Halbjahr Rekordverluste vermeldete, geht es aktuell ums nackte Überleben. Das kriselnde Unternehmen verbuchte im zweiten Quartal einen Verlust vor Steuern von 148 Millionen Pfund, das entspricht 173,3 Millionen Euro, nach einem Verlust von Minus von 94 Millionen Pfund im 1. Quartal.

British Airways hatte bereits im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 401 Millionen Pfund gemacht und durch Abbau von 10% der Belegschaft die Kosten kräftig reduziert. Dass es kaum Anzeichen der Besserung gibt, zeigte auch der Monat Juni, in dem die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 25 bis 30% eingebrochen sind, obwohl der Ölpreis heute 50% billiger ist als noch vor einem Jahr. Vor allem im sonst umsatzstarken First- und Business-Class-Bereich brechen die Umsätze weg, da die Passagiere in die deutlich billigere Economy Class wechseln.
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Kreditklemme trotz Geldschwemme

Die britische Notenbank ist angesichts des Ausmaßes der Krise dazu übergegangen, die Wirtschaft in Großbritannien mit britischem Pfund zu fluten. Diese durch Ankäufe von Staatsanleihen forcierte Politik des leichten Geldes (im Fachjargon: Quantitative Easing) hat dazu geführt, dass die Geldmenge um rund 10% des britischen BSP ausgeweitet wurde.

Von der Bank of England wurden bis Juni bereits für 125 Milliarden Pfund britische Gilts aufgekauft. Das Programm wird möglicherweise, so kündigte man an, insgesamt auf 270 Milliarden Pfund ausgeweitet, ein Tatbestand, der vom Devisenmarkt durch die im 2. Quartal wieder gestiegene Risikofreude der Anleger bisher ignoriert wurde. Als am 10. August 2009 die Bank of England ihren monatlichen Bericht veröffentlichte, konnte man daraus entnehmen, dass das so genannte „Reserve Balance“, bestehend aus Staatsanleihen von 71,3 Billionen Pfund im April 2009 auf 152 Billionen Pfund im Juli 2009 angestiegen ist, eine aufs Jahr bezogenen Wachstumsrate von 442%, bzw. eine monatliche Wachstumsrate von 21,3%. Dies zeigt, dass die Situation in Großbritannien immer mehr außer Kontrolle gerät, denn es dürften sich zunehmend Schwierigkeiten abzeichnen, Staatsanleihen am freien Markt zu platzieren.

zum Artikel>>>http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31075/1.html

Es ist nicht zu fassen

•8. September 2009 • Kommentar schreiben

sbildhttp://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-es-ist-nicht-zu-fassen/50007121.html

Die US-Wirtschaft ist völlig aus dem Lot geraten, US-Aktiva gehören zu den unattraktivsten der Welt, die Chinesen bekunden ihren Unmut immer kecker, doch der Dollar gilt als sicherer Hafen. Irgendwas müssen wir hier übersehen.

Fassen wir zusammen: Im ersten Quartal saßen Verbraucher, Firmen, Staat und Finanzwesen in der größten Volkswirtschaft der Erde zusammengenommen auf Schulden von 359 Prozent des nominalen BIPs (neue Schuldendaten kommen nächste Woche). Im zweiten Quartal hat diese Ökonomie bloß 14,7 Prozent des – schrumpfenden – BIPs investiert, gegenüber einem Nachkriegsdurchschnitt von 20 Prozent. Obwohl dieses Land also gut fünf Prozent des BIPs unter Norm in Ausrüstungen, Immobilien, Straßen und Vorräte angelegt hat, hat es annualisierte Nettoexporte von minus 338,7 Mrd. $ verzeichnet.
In der weitesten offiziellen Abgrenzung, die immer noch nicht jene enthält, die den Kopf vollends in den Sand gesteckt haben, ist die Arbeitslosenquote auf 16,8 Prozent gestiegen. Im verarbeitenden Gewerbe arbeiten keine vier Prozent der Bevölkerung mehr, im unterentwickelten Gesundheits- und Sozialwesen hingegen 5,3 Prozent. Die Zentralbank wirft mit Billionenbeträgen um sich, indem sie nicht nur private Kredite aufkauft, sondern auch Staatsanleihen. Gemessen am Dreimonatsgeldsatz ist die Refinanzierung in der Währung dieses Landes mit 0,3 Prozent inzwischen günstiger als im Yen.

Auf zehn Jahre bieten die Staatsanleihen dieses Landes mit 3,4 Prozent weniger Rendite als jene Frankreichs, das eine gesamtwirtschaftliche Bruttoersparnis aufweist, die mit rund 20 Prozent des BIPs in etwa doppelt so hoch ist wie jene des Emittenten der Weltreservewährung. Am Unternehmenswert gemessen kosten die Aktien unserer Ökonomie das 1,4-fache des Umsatzes – gegenüber 0,8 in Deutschland. Das bedeutet, dass die Firmen in der größten Krise seit Jahrzehnten eine operative Marge von 14 Prozent erzielen müssen, um den Ebit-Multiplikator auf zehn zu drücken.
Privatimmobilien scheinen inzwischen erschwinglich, doch was heißt das schon, wenn 59 Prozent des gesamten Wohnungsbestands beliehen sind? Der Hauptfinanzier unserer Ökonomie, das Schwellenland China, hat jedenfalls die Nase gestrichen voll von der Weltreservewährung. Am Devisenmarkt gilt die Währung der größten Ökonomie hingegen als „sicherer Hafen“. Es ist nicht zu fassen.

Auch Stiglitz greift den Dollar an

•24. August 2009 • Kommentar schreiben

sbildFür den Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz ist der Dollar wegen seiner Risiken keine gute Leitwährung mehr.

Russland und China haben nicht nur Frankreich hinter sich gebracht, sondern nun stellt auch der US-Wirtschaftsnobelpreisträger Stiglitz die Rolle des Dollars als Reservewährung in Frage. Joseph Stiglitz erklärte: „Der Dollar ist keine gute Wertanlage. Derzeit bringt der Dollar so gut wie keinen Ertrag, und jeder, der sich den Dollar ansieht, muss einräumen, dass es ein hohes Ausmaß an Risiko gibt.“

Wie Russland und China fordert auch er: „Wir brauchen ein neues globales Reservesystem.“ Er geht sogar noch darüber hinaus und hält den „American-style“-Kapitalismus für gescheitert. Es gebe eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass die US-Arbeitslosigkeit in den nächsten 1-3 Jahren auf das höchste jemals erreichte Niveau anschwillt, sagte Stiglitz auf einer Konferenz in Bangkok.

Der frühere Chefökonom der Weltbank erklärte, das weltweite Finanzsystem funktioniere nur noch durch immer neue Rettungsmaßnahmen von Regierungen. „Das gegenwärtige System ist dabei, sich abzunutzen.“ Er stimmt damit in den Angriff auf den Dollar ein und unterstützt die Forderungen von China und Russland ausdrücklich, eine neue globale Leitwährung unter Aufsicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu schaffen. Darüber sollten die Diskussionen in geordnetem Rahmen ablaufen, fügte der Professor der Columbia University an.

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